• Olivier Felber

Jahrzeitbücher: Eine Goldgrube für die Genealogie

Wer Spuren eines Familiennamens im Spätmittelalter sucht oder «tote Punkte» überwinden will, für den könnte sich ein Blick in die Jahrzeitbücher anbieten. In katholischen Gebieten existiert mit diesen Büchern nämlich eine äusserst interessante Quellengattung. Dabei handelt es sich um die von Pfarreien und Klöstern geführten Bücher, in denen die alljährlich zu begehenden Gedächtnisse für die Seelenruhe von Verstorbenen festgehalten wurden.[1] Auf den ersten Blick klingt das weniger nach einer für die Familienforschung ergiebigen Quelle.


Die Jahrzeitbücher reichen aber oft sehr weit zurück und sind an manchen Orten gar die einzigen erhaltenen Quellen aus dem Mittelalter.[2] Neben den Namen der Stifter finden sich dort zudem oft auch weitere Angaben wie die Namen von Verwandten, für welche die Jahrzeit gehalten wurde. Aus diesen beiden Gründen bietet sich die Suche in den Jahrzeitbüchern für die Genealogie an. In diesem Beitrag wird exemplarisch gezeigt, wie die Ahnenforschung von den Jahrzeitbüchern profitieren kann.


Die Jahrzeitbücher der Schweiz wurden von Rainer Hugener in einem Verzeichnis erfasst, das online verfügbar ist.[3] Dort kann man nach den Kirchgemeinden suchen und findet die bekannten Jahrzeitbücher mitsamt dem Aufbewahrungsort. Leider sind die meisten Schweizer Jahrzeitbücher nicht digital vorhanden. Sie befinden sich noch in den Pfarreiarchiven oder sind im besseren Fall auf Mikrofilm oder als Kopien in den jeweiligen Staatsarchiven einsehbar. Eine glückliche Ausnahme bildet der Kanton Luzern, wo die Jahrzeitbücher gemeinsam mit den Kirchenbüchern von FamilySearch verfilmt und digitalisiert wurden.



Ein Fenster ins Spätmittelalter

Ein grosser Vorteil der Jahrzeitbücher ist es, dass sie zeitlich oft viel weiter zurückreichen als andere Quellen. Als Beispiel ist hier die Stadt Sursee zu nennen, wo das älteste überlieferte Jahrzeitbuch 1359 angelegt wurde.[4] Die dortigen Ratsprotokolle beginnen hingegen erst 1548, die Taufbücher setzen 1598 ein.[5] Im Jahrzeitbuch finden sich demnach Angaben aus mehr als zwei Jahrhunderten vor dem Beginn der Ratsprotokolle und der Kirchenbücher. Weil das Jahrzeitbuch auf einer älteren Vorlage beruhte und die Stiftungen daraus übernommen wurden, sind die Einträge teilweise sogar noch älter.


Wenn die Jahrzeitbücher so weit zurückreichen, findet man mit ein wenig Glück Namensträger, die im Spätmittelalter gelebt haben. Das lässt sich gut am Beispiel der Familie Felber illustrieren. Im Jahrzeitbuch von Sursee findet sich bereits vom ersten Schreiber die Stiftung eines «Waltherus dictus Velwer» und seiner Ehefrau Heine.[6] Der entsprechende Eintrag ist unten abgebildet. Weil das Buch 1359 angelegt wurde, dürfte dieser Walther Felber im 14. Jahrhundert oder noch früher gelebt haben. Bei ihm handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen der ersten bekannten Namensträger. Wohl im 15. Jahrhundert wurden Werner Felwer, Jakob Felwer und Berchtold Felwer als Zinszahler eingetragen.[7] Wenngleich sich diese Felber chronologisch nur schwer einordnen lassen und keine Stammfolge erkennbar ist, wird immerhin deutlich, dass der Name Felber schon im Spätmittelalter in der Gegend von Sursee bezeugt war. In den Ratsprotokollen und Kirchenbüchern sind all diese Namensträger nicht fassbar.


Stadtarchiv Sursee, SAS_D_001.DB.05.01: Jahrzeitbuch Sursee (1359). S. 8, Eintrag vom 16. Januar.

Die Jahrzeitstiftung von Walter Velwer wurde beim Anlegen des neuen Jahrzeitbuchs von Sursee 1359 eingeschrieben. Die Stiftung erfolgte demnach vor über 650 Jahren. – Stadtarchiv Sursee, SAS_D_001.DB.05.01: Jahrzeitbuch Sursee (1359). S. 8, Eintrag vom 16. Januar.


In anderen Pfarreien sind die ältesten Jahrzeitbücher hingegen nicht mehr vorhanden. Diese wurden nämlich von Zeit zu Zeit erneuert und die älteren Bücher nicht mehr aufbewahrt. Oft wurden die Stiftungen aus den alten Büchern aber in die neueren übertragen. Ein Beispiel dafür ist die Pfarrei Wolfenschiessen. Dort setzen die Kirchenbücher 1601 ein, das Jahrzeitbuch wurde 1597 erneuert.[8] Bei der Abschrift des Jahrzeitbuchs wurden auch Stiftungen aus dem alten Buch übernommen, wenngleich unklar ist, ob diese vollständig abgeschrieben wurden. Erschwerend kommt hinzu, dass man die Stiftungen bei Abschriften nicht mehr ungefähr datieren kann, da alles von derselben Hand verfasst wurde.


Bei der Familie Zumbühl von Wolfenschiessen lassen sich die Stiftungen aber dennoch ungefähr datieren, da es vereinzelt Jahreszahlen hat und die Personen auch in anderen Quellen fassbar sind. Am 25. Mai findet sich ein Eintrag zu einem Schiffsunglück im Mai 1391, bei welchem ein Marktschiff unterging und 45 Personen starben. Unter den Verstorbenen aus der Pfarrei Wolfenschiessen war ein Arnold Zumbühl.[9] Bei dieser Notiz handelt es sich nicht um eine eigentliche Jahrzeitstiftung. Der Eintrag zeigt aber, dass sich in den Jahrzeitbüchern nicht nur Stiftungen, sondern vereinzelt auch Angaben über aussergewöhnliche Ereignisse oder die Namen von in Schlachten Gefallenen finden. Der Eintrag über das Schiffsunglück ist unten zu sehen.


Staatsarchiv Nidwalden, StANW OF 19/1: Jahrzeitbuch Wolfenschiessen, mit Nachträgen bis 1869, Fotokopie, gebunden (1597–1869). S. 37, Eintrag vom 25. Mai.

Im Jahrzeitbuch Wolfenschiessen werden die Pfarreiangehörigen, die im Mai 1391 bei einem Schiffsunglück ertranken, namentlich genannt. Unter den Verunglückten war auch ein Arnold Zumbühl. – Staatsarchiv Nidwalden, StANW OF 19/1: Jahrzeitbuch Wolfenschiessen, mit Nachträgen bis 1869, Fotokopie, gebunden (1597–1869). S. 37, Eintrag vom 25. Mai.


Im Jahrzeitbuch von Wolfenschiessen findet sich zudem die Jahrzeitstiftung des Landammanns Ulrich Zumbühl, der zwischen 1435 und 1442 in diesem Amt bezeugt ist.[10] Im Eintrag wurden seine beiden Ehefrauen Agnes und Elisabeth sowie die Kinder Johann, Thomas, Arnold, Ulrich, Arnold [sic] und Katharina Zumbühl erwähnt. Im gleichen Eintrag wurden auch Andreas Zumbühl und seine Ehefrau Ida eingetragen, deren Beziehung zu den anderen nicht hervorgeht. Arnold Zumbühl und Margrith, welche als Eltern des Landammanns Zumbühl bezeichnet wurden, dürften die Eltern von genanntem Ulrich Zumbühl oder dem ebenfalls als Landammann bezeugten Heinrich Zumbühl gewesen sein. So wurde in diesem Eintrag noch ein Heinrich Zumbühl als Sohn von Arnold Zumbühl und Margrith aufgeführt. Ein Verweis auf seine Tätigkeit als Landammann fehlt dort aber. Heinrich Zumbühl, von 1486 bis 1500 als Landammann bezeugt, wurde aber in einer anderen Jahrzeitstiftung mit seinem Amt erwähnt.[11] Dort finden sich auch die Namen seiner beiden Ehefrauen Elisabeth Schaffner und Margrith Jakober. Auf derselben Seite stehen weiter oben Arnold Zumbühl und Margrith Amstein. Inwiefern diese Zumbühl miteinander verwandt waren, geht aber leider nicht daraus hervor.


Eine eindeutige Stammfolge über mehr als zwei Generationen lässt sich mit diesen Stiftungen nicht erstellen. Die angegebenen Verwandtschaftsangaben sind dafür zu ungenau. Nichtsdestotrotz reichen die Einträge zur Familie Zumbühl von Wolfenschiessen bis ins späte 14. Jahrhundert zurück und erlauben es zumindest teilweise, die Familienverbindungen zu rekonstruieren. Zudem lässt sich damit belegen, dass die Familie seit dem 14. Jahrhundert in dieser Gegend ansässig war. Aus dieser Zeit existieren sonst kaum Quellen.



Verwandtschaftsangaben über mehrere Generationen

Die Jahrzeitbücher können auch sehr wertvoll sein, weil sie teilweise ausführliche Verwandtschaftsangaben enthalten, wie schon bei der Familie Zumbühl von Wolfenschiessen ansatzweise deutlich wurde. Exemplarisch dafür ist die Familie Helfenstein von Sempach zu nennen, deren Genealogie sich alleine mit den Jahrzeitbüchern mehrere Generationen über die Kirchenbücher hinaus rekonstruieren lässt. Die Kirchenbücher von Sempach setzen erst 1627 ein.[12] Das älteste überlieferte Jahrzeitbuch wurde 1603 erneuert, beinhaltet aber auch deutlich ältere Stiftungen.[13]


Die Jahrzeitstiftung von Niklaus Helfenstein und seiner Ehefrau Katharina Bürlimann enthält Angaben zu drei Helfenstein-Generationen.[14] Der ausführliche Eintrag ist unten zu sehen. In der Jahrzeitstiftung wurden ihre sechs Kinder namentlich erwähnt: Friedrich, Adam, Jakob, Elisabeth, Afra und Anna Helfenstein. Diese kamen alle vor Beginn des Sempacher Taufbuchs zur Welt. Wohl derselbe Adam Helfenstein wurde beispielsweise im Mannschaftsrodel von Sempach im Jahr 1619 erwähnt. Er kam also um 1600 oder noch früher zur Welt.[15] Mit den Kirchenbüchern alleine ist deshalb schon bei den sechs Kindern Schluss. Ihre Abstammung von Niklaus Helfenstein und Katharina Bürlimann lässt sich dort nicht nachweisen. Daneben wurde in besagter Jahrzeitstiftung ein Bruder von Niklaus Helfenstein, Onofrion Helfenstein, erwähnt. Die Jahrzeitstiftung gibt ferner die Eltern der beiden Stifter bekannt: Friedrich Helfenstein und Elisabeth Bremgartner sowie Melchior Bürlimann und Margrith Jost.


Staatsarchiv Luzern, FA 29/233: Sempach, Pfarrei: Jahrzeitbuch (1603). f. 31v, Eintrag vom 29. Mai.

Die Jahrzeitstiftung von Niklaus Helfenstein und Katharina Bürlimann in Sempach ist nicht gerade leicht zu lesen. Die Mühe lohnt sich aber, da dort gleich drei Generationen der Familie Helfenstein aufgeführt werden. – Staatsarchiv Luzern, FA 29/233: Sempach, Pfarrei: Jahrzeitbuch (1603). f. 31v, Eintrag vom 29. Mai.


Weil auch andere Familienmitglieder Jahrzeiten stifteten, lässt sich diese Familienzusammenstellung noch weiter ergänzen. Der Sohn Friedrich Helfenstein stiftete eine Jahrzeit, die neben seinen Eltern Niklaus Helfenstein und Katharina Bürlimann sowie den ebenfalls namentlich aufgeführten Grosseltern auch seine Frau Anna Gassmann erwähnt.[16] In der Stiftung von Peter Genhart, Schultheiss von Sempach, wurden unter anderem seine beiden Ehefrauen Afra Helfenstein und Maria Zimmermann aufgeführt. Die Eltern von Afra Helfenstein wurden auch namentlich eingetragen: Niklaus Helfenstein und Katharina Bürlimann.[17] Alleine mit dem Jahrzeitbuch lassen sich somit gleich noch die Ehepartner von zwei der sechs Kinder von Niklaus Helfenstein und Katharina Bürlimann bestimmen.


Die direkte Linie der Helfenstein von Sempach endet im Jahrzeitbuch bei Friedrich Helfenstein und Elisabeth Bremgartner. 1565 stiftete dieser Friedrich Helfenstein gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich Helfenstein und ihren beiden Ehefrauen Elisabeth Bremgartner und Ottilia Amrein eine Jahrzeit.[18] Hier fehlen leider die Namen der Eltern, doch der Hinweis, dass Friedrich und Heinrich Helfenstein Brüder waren, könnte später noch hilfreich sein. Und selbst wenn diese Linie hier aufhört, ist man bei Friedrich Helfenstein und Elisabeth Bremgartner bei Personen angelangt, die im frühen 16. Jahrhundert zur Welt kamen. Das ist keineswegs selbstverständlich und umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass man mit einer einzigen Quelle die Familiengeschichte etwa 100 Jahre über die Kirchenbücher hinaus rekonstruieren kann.


Ein weiteres Beispiel für eine enorm ausführliche Jahrzeitstiftung ist jene der Familie von Matt im Jahrzeitbuch von Stans, das unten abgebildet ist.[19] In dem Eintrag wurden die zwölf von Matt-Geschwister namentlich erwähnt: Katharina, Niklaus, Beat, Johann, Hieronymus, Andreas, Anna, Dorothea, Barbara, Margrith, Agnes und Maria von Matt. Neben den Brüdern und Schwestern wurden auch ihre 15 lebenden und bereits verstorbenen Ehepartner aufgezählt. Anschliessend wurden noch die Eltern Balthasar von Matt und Katharina Wildrich sowie die vier Grosseltern Beat von Matt, Margrith Zrotz, Landammann Melchior Wildrich und Barbara Langenstein aufgeführt. Die undatierte Stiftung stammt aus dem 17. Jahrhundert. Auch hier reichen die Angaben in die Zeit vor den Kirchenbüchern zurück. Die Taufbücher von Stans setzen zwar schon 1581 ein, wurden zunächst jedoch sehr lückenhaft und erst ab 1611 durchgehend geführt.[20] Die Taufen der Kinder von Balthasar von Matt und Katharina Wildrich findet man deshalb nicht alle im Taufbuch von Stans. Der in der Stiftung erwähnte Grossvater Landammann Melchior Wildrich kam zudem bereits 1541 zur Welt.[21]


Staatsarchiv Nidwalden, StANW OF 10/2: Jahrzeitbuch der Pfarrei Stans von 1621, mit Nachträgen bis 1864, Fotokopie, gebunden (1621–1864). f. 87r.

In der Jahrzeitstiftung der Geschwister von Matt im Jahrzeitbuch von Stans werden ganze 33 Personen erwähnt: die zwölf Geschwister von Matt, ihre 15 Ehepartner, ihre Eltern und Grosseltern. – Staatsarchiv Nidwalden, StANW OF 10/2: Jahrzeitbuch der Pfarrei Stans von 1621, mit Nachträgen bis 1864, Fotokopie, gebunden (1621–1864). f. 87r.



Grenzen der Jahrzeitbücher

Die angeschauten Beispiele von Jahrzeitbüchern aus den Kantonen Luzern und Nidwalden zeigen, was für ein Informationsschatz diese Bücher für die Familienforschung sein können. Das ist aber nicht immer der Fall. Damit die Vorfahren in dieser Quelle auftauchen, müssen sie oder nahe Verwandte eine Jahrzeit gestiftet haben. Wenn die Ahnen nicht die materiellen Möglichkeiten hatten, eine Stiftung zu errichten, dann wird man in den Jahrzeitbüchern nicht fündig werden.


Leider sind auch nicht alle Jahrzeiten so ausführlich wie die hier angeschauten Beispiele. Die Ehepartner der Stifter werden meistens namentlich aufgeführt. Seltener, aber doch noch relativ häufig, findet man die Namen der Eltern der Stifter. Die Namen von Kindern oder Geschwistern der Stifter sind dagegen deutlich rarer, die Grosseltern werden gar nur in Ausnahmefällen namentlich genannt. Ein Beispiel für einen wenig informativen Eintrag ist die Stiftung von Johann Hänsli und Verena Hafner im Jahrzeitbuch von Doppleschwand, die unten zu sehen ist.[22] Ausser den Namen des Ehepaars finden sich dort keine Verwandtschaftsangaben. Solche Stiftungen sind öfters anzutreffen.


Staatsarchiv Luzern, FA 29/40: Doppleschwand, Pfarrei: Jahrzeitbuch (17. Jh.). Unpaginiert, Eintrag von Ende April.

Im Jahrzeitbuch Doppleschwand wurden nur die Namen der beiden Stifter Johann Hänsli und Verena Hafner festgehalten. Angaben zu ihren Verwandten findet man leider keine. – Staatsarchiv Luzern, FA 29/40: Doppleschwand, Pfarrei: Jahrzeitbuch (17. Jh.). Unpaginiert, Eintrag von Ende April.


Gibt es Unterschiede bezüglich der Häufigkeit und Ausführlichkeit von Jahrzeitstiftungen? Gemäss meiner Beobachtungen, die sich vor allem auf den Kanton Luzern beschränken, gibt es in der Zeit vom 16. und 17. Jahrhundert mehr Stiftungen als aus dem 18. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert nimmt die Anzahl der Stiftungen wieder zu. Meiner Erfahrung nach sind die Jahrzeitbücher vor allem im 17. Jahrhundert ausführlicher als sie es vor- und nachher sind. Dabei handelt es sich aber nur um eine verallgemeinerte Aussage. Es gibt genügend Stiftungen aus dem 17. Jahrhundert, die wenig informativ sind, und viele Einträge aus der Zeit vorher und nachher, die viele Angaben enthalten. Geografisch wären mir bislang keine Regelmässigkeiten aufgefallen. Während beispielsweise das Jahrzeitbuch von Stans relativ viele Namen von Verwandten nennt, finden sich solche Angaben im Jahrzeitbuch der Nachbarpfarrei Wolfenschiessen deutlich seltener. Die Ausführlichkeit der Eintragungen dürfte also in erster Linie vom jeweiligen Schreiber abhängen.



Fazit

Mit den Jahrzeitbüchern steht für katholische Pfarreien eine interessente Quellengattung zur Verfügung. Nicht selten reichen die Bücher oder zumindest die in den Büchern eingetragenen Stiftungen bis ins Spätmittelalter zurück. Aus dieser Zeit gibt es sonst eher wenige Quellen, weshalb die Jahrzeitbücher umso wertvoller sind. Nicht nur zeitlich, sondern auch inhaltlich können diese Bücher sehr nützlich sein. In den Jahrzeitbüchern finden sich meistens nicht nur die Namen der Stifter, sondern auch die Namen der Verwandten. Mit etwas Glück erfährt man die Namen der Ehepartner, Kinder, Geschwister, Eltern und gar Grosseltern der Stifter. Wenngleich das nicht immer der Fall ist, sind die Jahrzeitbücher dennoch eine Quelle, die sich für die Familienforschung anbietet.


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[1] Glauser, Fritz: Jahrzeitbücher. In: Historisches Lexikon der Schweiz online. Version vom 28.01.2008. https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/026995/2008-01-28/ (Zugriff am: 02.10.2022).

[2] Hugener, Rainer: Buchführung für die Ewigkeit. Totengedenken, Verschriftlichung und Traditionsbildung im Spätmittelalter. Zürich 2014. S. 29.

[3] Gedenkaufzeichnungen aus dem Gebiet der Schweiz. Online: https://www.adfontes.uzh.ch/ressourcen/dokumente-finden/gedenkaufzeichnungen-aus-dem-gebiet-der-schweiz (Zugriff am: 02.10.2022).

[4] Stadtarchiv Sursee, SAS_D_001.DB.05.01: Jahrzeitbuch Sursee (1359).

[5] Staatsarchiv Luzern, FA 57/1: Ratsprotokolle [Sursee] (1548–1571). Staatsarchiv Luzern, FA 29/235: Sursee, Pfarrei: Taufbuch (1598–1663).

[6] Stadtarchiv Sursee, SAS_D_001.DB.05.01: Jahrzeitbuch Sursee (1359). S. 8, Eintrag vom 16. Januar.

[7] Stadtarchiv Sursee, SAS_D_001.DB.05.01: Jahrzeitbuch Sursee (1359). S. 23, Eintrag vom 13. Februar (Werner Felwer); S. 44, Eintrag vom 21. März (Jakob Felwer); S. 72, Eintrag vom 16. Mai (Berchtold Felwer).

[8] Staatsarchiv Nidwalden, StANW OF 19/3: Kirchenbuch [Wolfenschiessen], Band 1, Mikrofilm (1601–1664). Staatsarchiv Nidwalden, StANW OF 19/1: Jahrzeitbuch Wolfenschiessen, mit Nachträgen bis 1869, Fotokopie, gebunden (1597–1869).

[9] Staatsarchiv Nidwalden, StANW OF 19/1: Jahrzeitbuch Wolfenschiessen, mit Nachträgen bis 1869, Fotokopie, gebunden (1597–1869). S. 37, Eintrag vom 25. Mai.

[10] Staatsarchiv Nidwalden, StANW OF 19/1: Jahrzeitbuch Wolfenschiessen, mit Nachträgen bis 1869, Fotokopie, gebunden (1597–1869). S. 104, Eintrag vom 19. Dezember.

[11] Staatsarchiv Nidwalden, StANW OF 19/1: Jahrzeitbuch Wolfenschiessen, mit Nachträgen bis 1869, Fotokopie, gebunden (1597–1869). S. 106, Eintrag vom 26. Dezember.

[12] Staatsarchiv Luzern, FA 29/231: Sempach, Pfarrei: Taufbuch, Firmbuch, Ehebuch und Sterbebuch (1) (1627–1685).

[13] Staatsarchiv Luzern, FA 29/233: Sempach, Pfarrei: Jahrzeitbuch (1603).

[14] Staatsarchiv Luzern, FA 29/233: Sempach, Pfarrei: Jahrzeitbuch (1603). f. 31v, Eintrag vom 29. Mai.

[15] Staatsarchiv Luzern, URK 267/4666: Mannschaftsrodel Sempach, Stadt (1619).

[16] Staatsarchiv Luzern, FA 29/233: Sempach, Pfarrei: Jahrzeitbuch (1603). f. 26r, Eintrag vom 26. April.

[17] Staatsarchiv Luzern, FA 29/233: Sempach, Pfarrei: Jahrzeitbuch (1603). f. 9r, Eintrag vom 21. Januar.

[18] Staatsarchiv Luzern, FA 29/233: Sempach, Pfarrei: Jahrzeitbuch (1603). f. 56r, Eintrag vom 18. Oktober.

[19] Staatsarchiv Nidwalden, StANW OF 10/2: Jahrzeitbuch der Pfarrei Stans von 1621, mit Nachträgen bis 1864, Fotokopie, gebunden (1621–1864). f. 87r.

[20] Staatsarchiv Nidwalden, StANW OF 10/3: Taufbuch / Firmbuch / Totenbuch [Stans], Band 1, Mikrofilm (1581–1723). Staatsarchiv Nidwalden, StANW OF 10/4: Taufbuch / Ehebuch [Stans], Band 2, Mikrofilm (1611–1768).

[21] Schleifer, Karin: Wildrich. In: Historisches Lexikon der Schweiz online. Version vom 30.10.2013. https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/024120/2013-10-30/ (Zugriff am: 27.09.2022).

[22] Staatsarchiv Luzern, FA 29/40: Doppleschwand, Pfarrei: Jahrzeitbuch (17. Jh.). Unpaginiert, Eintrag von Ende April.

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